EuroWire , Leipzig: Die BMW Group hat in ihrem Werk Leipzig ein Pilotprojekt mit humanoiden Robotern in der Produktion gestartet. Dies ist der erste Einsatz humanoider Roboter in einer deutschen Produktionshalle. BMW kündigte das Projekt am 27. Februar an und lieferte am 9. März weitere Details. Das Unternehmen beschreibt den Schritt als Teil seiner sogenannten „Physischen KI“, die künstliche Intelligenz mit Maschinen in realen Produktionsprozessen kombiniert. Das Pilotprojekt wird in Zusammenarbeit mit Hexagon Robotics durchgeführt, einer auf Robotik und zugehörige Software spezialisierten Organisationseinheit von Hexagon.

BMW gab bekannt, dass der humanoide Roboter AEON so konzipiert ist, dass er sich auf Rädern durch Produktionsbereiche bewegen und je nach Aufgabe austauschbare Hände, Greifer und Scanner einsetzen kann. In Leipzig wird der Roboter laut BMW für Arbeitsschritte im Zusammenhang mit der Montage von Hochvoltbatterien und der Komponentenfertigung getestet. Das Unternehmen erklärte, AEON werde außerdem für die interne Logistik evaluiert, beispielsweise für die Materialversorgung der Produktionslinie und die Navigation um Hindernisse herum im laufenden Produktionsbetrieb.
BMW erklärte, das Leipziger Projekt folge einem stufenweisen Evaluierungsprozess, der mit theoretischen Bewertungen und Laborversuchen beginne und anschließend in die reale Produktion übergehe. Nach den Labortests sei im Dezember 2025 ein erster Testeinsatz im Werk Leipzig abgeschlossen worden. Ein weiterer Testeinsatz sei ab April 2026 geplant, mit schrittweiser Integration in das BMW-Produktionssystem vor dem Start einer Pilotphase im Sommer 2026. BMW gab bekannt, dass ein neues Kompetenzzentrum für physikalische KI in der Produktion die Evaluierung und Integration im gesamten Produktionsnetzwerk koordinieren werde.
Produktionsdaten und Integration
BMW erklärte, die Entwicklung humanoider Roboter in seinen Werken sei an ein einheitliches IT- und Datenmodell im gesamten Produktionsnetzwerk gekoppelt. Das Unternehmen konsolidierte Produktionsdaten auf einer standardisierten Plattform, um die Konsistenz und Verfügbarkeit von Informationen an allen Standorten zu gewährleisten. Künstliche Intelligenz (KI) werde bereits in verschiedenen Schritten eingesetzt, darunter die virtuelle Fabrikplanung mit digitalen Zwillingen, KI-gestützte Qualitätskontrollen und die Intralogistik mit Unterstützung autonomer Transportlösungen . Diese Grundlage bilde die Basis für lernende Systeme und Roboter, die in komplexen Produktionsumgebungen operieren.
BMW gab bekannt, dass humanoide Roboter als Ergänzung zur bestehenden Automatisierung eingesetzt werden. Erste Anwendungsfälle konzentrieren sich auf monotone, ergonomisch anspruchsvolle oder sicherheitskritische Aufgaben. Das Unternehmen teilte mit, dass Hexagon Robotics mit Sitz in Zürich AEON im Juni 2025 vorgestellt hat und dass BMW bereits seit Jahren mit Hexagon im Bereich Sensortechnologie und Software zusammenarbeitet. BMW erklärte, dass das Werk Leipzig der erste europäische Standort ist, an dem getestet wird, wie ein humanoides System in etablierte Serienproduktionsprozesse neben bestehenden Roboter- und Materialflusssystemen integriert werden kann.
Früherer BMW-Prozess in den Vereinigten Staaten
BMW gab bekannt, dass der erste Werkseinsatz humanoider Roboter im Jahr 2025 im BMW Group Werk Spartanburg in den USA in Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen Figure AI stattfand. Der Automobilhersteller erklärte, der Roboter Figure 02 habe innerhalb von zehn Monaten die Produktion von über 30.000 BMW X3 unterstützt und dabei von Montag bis Freitag in 10-Stunden-Schichten gearbeitet. Laut BMW zeigte der Pilotversuch, dass humanoide Roboter präzise, sich wiederholende Arbeitsschritte ausführen können, darunter die millimetergenaue Positionierung von Bauteilen. Der Test erforderte zudem eine frühzeitige Abstimmung zwischen Produktions-IT, Arbeitssicherheit, Prozessmanagement und Fertigungslogistik.
BMW gab an, dass AEON etwa 1,65 Meter groß ist und rund 60 Kilogramm wiegt. Er kann sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2,5 Metern pro Sekunde durch das Werk bewegen. Das Unternehmen erklärte, der Roboter solle die Mitarbeiter unterstützen und nicht ersetzen. Der Pilotversuch in Leipzig konzentriere sich darauf, wiederholbare Aufgaben zu identifizieren, die im Produktionsumfeld sicher ausgeführt werden können. Die Tests durchlaufen die geplanten Einsatzphasen.
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