EuroWire , BRÜSSEL : Die Europäische Kommission hat am 29. Januar die erste Europäische Strategie für Asyl und Migration der Europäischen Union vorgestellt. Darin werden politische Ziele und konkrete Prioritäten für die EU-Migrations- und Asylpolitik der nächsten fünf Jahre festgelegt. Die Kommission erklärte, der Fahrplan solle ein faires und entschiedenes System unterstützen, die Migration gemeinsam mit Partnerländern steuern und die europäischen Werte und Grundrechte wahren.

Die Strategie verfolgt drei Ziele: die Verhinderung illegaler Migration und die Zerschlagung krimineller Schleusernetzwerke; den Schutz von Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, bei gleichzeitiger Verhinderung des Missbrauchs des Asylsystems; und die Gewinnung von Fachkräften für die EU zur Stärkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Die Kommission hat den Plan als Leitfaden für ein koordiniertes Vorgehen der Mitgliedstaaten und EU-Institutionen bei der Aktualisierung und Umsetzung der Migrations- und Asylvorschriften konzipiert.
Unter dem ersten Schwerpunkt „Intensivierung der Migrationsdiplomatie“ erklärte die Kommission, die EU und ihre Mitgliedstaaten würden die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern durch umfassende Partnerschaften und einen ganzheitlichen Migrationsansatz ausbauen. Die EU werde zudem Anreize und Einflussmöglichkeiten in verschiedenen Politikbereichen nutzen, darunter Visapolitik, Handel und Finanzhilfen, und gleichzeitig den Schutz von Migranten in der Nähe ihrer Herkunftsländer fördern sowie Rückführungen aus Drittstaaten unterstützen.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf den Außengrenzen und dem Schengen-Raum. Die Kommission erklärte, die EU werde das Ein- und Ausreisesystem (EAS) einführen und das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (EITAS) als Teil eines fortschrittlichen digitalen Rahmens für das Grenzmanagement starten. Sie kündigte außerdem an, dass alle illegalen Einreisen überprüft würden und dass das Grenzverfahren an den Außengrenzen ab Juni 2026 gemäß dem Migrations- und Asylpakt gelten werde. Zudem seien Pläne zur Stärkung der Frontex-Organisation durch eine Überarbeitung ihrer Gründungsverordnung vorgesehen.
Asyl- und Migrationssystem
Die dritte Priorität liegt auf der Umsetzung und Operationalisierung des Migrations- und Asylpakts. Dieser verbindet laut Kommission einen verstärkten Grenzschutz mit Regeln gegen Missbrauch und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Verantwortung und Solidarität. Die Kommission kündigte an, Länderteams einzusetzen, um die nationalen Behörden bei der Anwendung der neuen Regeln zu unterstützen, und zusätzliche 3 Milliarden Euro bereitzustellen, um effiziente Verfahren zu fördern und unerlaubte Sekundärmigrationen besser zu verhindern. Sie verwies außerdem auf den Solidaritätspool und die Arbeit an Konzepten für sichere Drittstaaten und sichere Herkunftsländer.
Ein vierter Schwerpunkt liegt auf der Rückkehr und Rückübernahme. Die Kommission erklärte, eine schnellere, effektivere und würdevolle Rückkehr sei unerlässlich für die Glaubwürdigkeit des EU -Systems. Derzeit kehre nur etwa jeder vierte Ausreisepflichtige tatsächlich zurück. Die EU werde weiterhin auf ein gemeinsames europäisches Rückkehrsystem hinarbeiten, das auf einer derzeit verhandelten Rückführungsverordnung basiere. Dazu gehörten effizientere Regeln, digitalisierte Prozesse und die Prüfung von Maßnahmen wie Rückführungszentren. Gleichzeitig würden Anstrengungen unternommen, die Zusammenarbeit mit Drittstaaten bei der Rückübernahme zu verbessern.
Visapolitik und Talentmobilität
Die fünfte Priorität betrifft den Arbeitskräftebedarf und die legalen Wege. Die Kommission kündigte an, Talentpartnerschaften auszuweiten und neu zu starten sowie die Prozesse zur Gewinnung von Fachkräften mit den benötigten Qualifikationen zu vereinfachen und zu beschleunigen, unter anderem durch die Anerkennung und Validierung von Qualifikationen. Sie erklärte außerdem, verstärkt gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung von Wanderarbeitnehmern vorzugehen und die Integration in den Aufnahmemitgliedstaaten durch EU -Mittel zu unterstützen.
Parallel zur Fünfjahresstrategie für Migration präsentierte die Kommission die erste Visastrategie der EU , die sich auf drei Bereiche konzentriert. Sie erklärte, die Sicherheit durch eine Modernisierung der Visafreiheit und deren Überwachung zu stärken, die Überwachung bestehender Visafreiheitsregelungen zu intensivieren und die Sicherheit von Reisedokumenten zu erhöhen, gegebenenfalls auch durch gezielte restriktive Visamaßnahmen. Zudem soll sie Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit fördern, indem sie legitimes Reisen erleichtert, unter anderem durch länger gültige Visa mit mehrfacher Einreise für vertrauenswürdige Reisende und neue digitale Verfahren für visumfreie und visumpflichtige Reisende.
Die Kommission kündigte an, die Visainstrumente zu modernisieren, indem sie die IT-Systeme für Visa und Grenzkontrollen der EU bis 2028 interoperabel macht. Dies ermöglicht es den Behörden, über eine zentrale Suche mehrere Datenbanken abzufragen, um den Informationsaustausch zu verbessern und Visamissbrauch einzudämmen. Die Migrationsstrategie fördert zudem die verstärkte Nutzung von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz im Migrations- und Asylmanagement, um die Qualität und Schnelligkeit von Entscheidungen zu verbessern, die Sicherheit zu erhöhen und bessere Dienstleistungen anzubieten. Die Kommission erklärte, die Umsetzung werde durch EU-Mittel unterstützt, unter anderem durch Vorschläge im Zusammenhang mit dem nächsten mehrjährigen Finanzrahmen für 2028 bis 2034. Für die Innenpolitik und das Instrument „Globales Europa“ sind insgesamt mindestens 81 Milliarden Euro vorgesehen.
Der Beitrag „EU stellt Fünfjahresplan zur Steuerung von Asylgrenzen und Rückführungen vor“ erschien zuerst auf London Dawn .
